DI Dr techn. Univ. Prof. i.R. Anton Moser

Mein persönlicher Hintergrund:
Nicht allein durch meine jahrzehntelange Tätigkeit als Biotechnologe an der TU Graz sondern auch durch 3 andere Fakten bin ich geprägt:

1) Ich bin einer Frau seit fast 40 Jahren verheiratet, die aus Skandinavien stammt, wo Demokratie in direkter Form zum Alltag gehört.
2) Ich war Gastprofessor in vielen Ländern (W-& Ost-Europa; S-, Mittel & N-Amerika, Indien, China), wo ich andere Kulturen und Sichtweisen kennen lernte.
3) Seit der Pension 2001 bin ich in etlichen NGO´s tätig: ÖIN (Österr. Inst. f. nachhaltige Entwicklung und Öko-soziales Forum Stmk bis 2008; Naturschutzbund Stmk ÖNB ab 1995; Arge Schöpfungsverantwortung ab 2006).

Mein wichtigstes Werk ist das „Grazer Manifest zur NATUR-KULTUR“ des ÖNB,
siehe unter www.naturschutzbundsteiermark.at, wo ich eine versöhnte Welt von Mensch & Natur sowie Mensch zu Mensch in einer Systemlogik nach der Weisheit der Natur / Ökosophie als bisher einzig bekannte positive Problemlösung beschreibe.

Zum EU-Vertrag:
die Essenz meiner Kritik am EUV ist folgende: siehe unter www.zeit-fragen.ch, nr. 17 vom 21. April 2008, S. 6 & http://www.wien-konkret.at/politik/europa/verfassung/demo2008-03-29/moser/ .

Ich stelle einen Mangel an tieferen Werten fest: es dominiert der Materialismus, Reduktionismus, Hierarchismus, Darwinismus, Wissenschaftsgläubigkeit, Verlieren des Christlichen und eine Naturentfremdung, die den Zeitgeist bei uns im Westen widerspiegeln:

1) das übliche Argument unserer Politiker für den EUV ist „damit unsere EU pragmatisch handlungsfähiger wird“. Das ist für mich aber viel zu kurz gegriffen, denn im Hintergrund steht die neo-liberale Wirtschaft /Kapitalismus, der neo-liberale Konsum.
Damit werden aber unsere Problem in Zukunft nicht nur nicht zu lösen sein, sondern werden noch zunehmen: Mensch (Arbeit-menschlich? Armut-gerecht? Stress / burn-out, der Mensch als reine „standby Existenz“, nur mehr Konkurrenz & Ellbogentechnik) & Natur (nicht nur Klimawandel sondern vor allem Naturflächenverbrauch nach dem „ökologischen Fußabdruck“, wo wir in der EU das 4 fache jetzt schon konsumieren auf Kosten anderer Menschen auf Erden sowie der Natur) werden marginalisiert.
Daher wird erst die Implementierung einer ökologisch & sozial gerechten Wirtschaftsform mit dem ÖkoSozialProdukt anstelle des jetzigen BIP u.a.m. die Lösung bringen!

2) der Mensch in Europa ist mitten drinnen sich zu verändern und weiter zu entwickeln:
er ist bereit mitzudenken & mitzureden, auf Basis der gesunden Menschenvernunft!
Daher muss jetzt die Weichenstellung in Richtung direkter Demokratie begonnen werden, um die Kluft zwischen Establishment und Bevölkerung nicht weiter wachsen zu lassen. Parallel dazu wird es notwendig sein, dass signifikante Information von oben nach unten transparent weitergegeben werden, was Aufgabe der Medien sein muss! Erst damit werden allgemeine Reibungsverluste verschwinden, Alles was das Land betrifft wird im Lande wird nach dem Konsens-Prinzip ausdiskutiert: offen zulegende Argumente werden so lange beredet bis einhellige Auffassung erreicht ist!

Der Wert einer derartigen Gesellschaftsform kann am Beispiel Norwegen erkannt werden, wo 1993 eine sog. Laien-Konsens-Konferenz den Fall der Agro-Gentechnik zur Zufriedenheit aller gelöst hat (www. bion.no), Basis dafür wurde 1990 durch eine nationale Ethik-Charter gelegt (www.etikkom.no)!