70 bis 80 Prozent der Weltproduktion gentechnisch veränderter Pflanzen sind Futtermittel. Der Rest sind Baumwolle und vor allem Energiepflanzen - Tendenz steigend. Die Strategie der Gentechnik-Konzerne ist es offenbar, zuerst alle Länder der Erde mit genmanipulierten Futtermittel- und Energiepflanzen zu verseuchen, um damit - wie ein mieser Vertreter - den Fuß in der Tür zu haben, wenn es schließlich um unsere Lebensmittel geht. Unser Widerstand muss daher schon hier beginnen, denn eine altes Sprichwort sagt: "Wehret den Anfängen!" 

Gen-Soja zerstört den Regenwald

Österreich importiert derzeit Jahr für Jahr rund 600.000 Tonnen Gen-Soja, das dann an Hühner, Schweine und auch Rinder verfüttert wird, die wir essen. Dafür wird alle zwei Sekunden eine Fläche wie ein Fußballfeld durch Brandrodung zerstört. Die Brände verursachen große Mengen CO2, das wegen des nun fehlenden Waldes nicht mehr gebunden werden kann.

Monokulturen mit massivem Einsatz von Chemie-Dünger und hochgiftigen Spritzmitteln laugen die Böden aus, was immer wieder neue Brandrodungen erforderlich macht - ein Teufelskreis. Die Bevölkerung wird von ihrem Land vertrieben. Dabei gibt es nicht selten Gewaltanwendung bis hin zu Mord.

Bauernfänger unterwegs

Den Bauern und Tierzüchtern in Österreich (und anderswo) werden von der Gentechnik-Lobby und ihren Handlangern jede Menge Märchen aufgetischt, die hier in aller Kürze widerlegt werden:

1) Die Verfügbarkeit von gentechnikfreier Soja ist mehr als gegeben. Allein Brasilien hat soviel gentechnikfreie Soja, dass alle EU-Staaten sofort umstellen können.

2) Auch Vitamine sind nach wie vor ohne Gentechnik zu erhalten. Sogar führende Hersteller dieser Stoffe erklären, dass sie jederzeit alle Vitamine ohne jegliche Gentechnik herstellen können, wenn es der Markt verlangt. Der Kostenfaktor bei gentechnikfreien Vitaminen in fast NULL, da die Einsatzraten sehr gering sind. Die Aussage, es gebe diese nur noch genmanipuliert ist falsch und wird nur dem Wunsch der Konzerne entsprechend nachgeplappert.

3) Gentechnikfreies Soja in Österreich ist nach Basler Kriterien zertifiziert. Das ist eine sozial- und umweltgerechte Produktion. Gentechnikfreier Sojaschrot ist ein HP-48. Damit ist die Zugabe von Aminosäuren fast erledigt. Zudem hat GVO-freies Soja auch andere Aminosäuren als GVO-Soja. Die Verwertung von GVO-freiem Soja ist damit automatisch bedeutend höher.

4) Dass die Leistung der Tiere mit gentechnikfreien Futtermitteln geringer wäre als mit genmanipulierten ist mehr als falsch. Genau das Gegenteil ist tausendfach bewiesen worden und auch logisch, u. a. weil genmanipuliertes Soja Rückstände von Roundup (einem hoch giftigem Spritzmittel) aufweist, das den Tierorganismus schädigt.  Der Betriebsertrag des Landwirts steigt bei gentechnikfreien Futtermitteln.

Alle reden immer nur vom Preis für 100 kg eines Futters. Dass aber durch dieses Billigdenken ein Schadkreislauf im Betrieb (Futter-Gülle-Felder-Ernte-Futter-…) ausgelöst wird, übersehen viele. Zum negativen Betriebsertrag gehören auch zusätzliche Kosten für Medikamente durch genmanipulierte Futtermittel. Details dazu siehe bei >> Futtermittel im Vergleich

Was können wir tun?

Bauern und Tierzüchter sollten in Hinkunft nur mehr gentechnikfreie Futtermittel verwenden. Das hilft nicht nur dem Regenwald, sondern auch der Gesundheit ihrer Tiere und ist bei ehrlicher Rechnung auch billiger. Fleischwaren von gentechnikfrei gefütterten Tieren tragen das grüne Gütezeichen "gentechnikfrei erzeugt". 

Die BIONIERE betreiben einen Stand am Meidlinger Markt, bei dem ausschließlich gentechnikfreie Produkte von Baueren aus der Region angeboten werden. Das ist unser praktischer Beitrag zur Direktvermarktung solchen Waren. (Ergänzung 1.1.11: Unser Marktstand wurde per 1.1.2011 an eine kommerzielle Betreiberin übergeben).

Und WIR ALLE sollten ab sofort nur mehr Fleisch aus Österreich mit höchster Qualität kaufen, also entweder vom Bio-Bauern oder gentechnik-frei. Denn letztendlich sind es WIR ALLE, die den Planeten und damit unsere LEBENSGRUNDLAGEN entweder ZERSTÖREN oder BEWAHREN!